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Anforderungen definieren

Um die Abdichtung entsprechend den Anforderung des Bauherrn an das Gebäude planen zu können, ist die Klärung der Ansprüche der wichtigste Schritt. Nur wenn Bauherr und Planer sich auf ein gemeinsames Fundament einigen, entspricht das Ergebnis den Wünschen des Kunden.

 

Es stellen sich dabei einige wichtige Fragen, welche von Beginn an beantwortet werden sollten. Auch wenn sich die Anforderungen im Laufe des Projektprozesses verschieben können, so kann man diese Änderungen finanziell und technisch nachvollziehen. Die Fragen ergeben scih dabei aus den klassischen Pfeilern des Projektmanagement:

Wie in allen Bereichen des Lebens ist auch in der Bauwerksabdichtung alles möglich. Von minimalem Aufwand mit einer Quellpaste oder Zementmörtel bis hin zu hochflexiblen Epoxyharzbeschichtungen ist alles möglich, was dem Kundenwunsch entspricht. In klärenden Gespräche mit dem Bauherr werden dabei die Anforderungen gemeinsm geklärt. Ein Laborgebäude eines Pharmaunternehmens hat dabei eine Anforderung als eine öffentliche Tiefgarage.

Eigentum zumeist andere Anforderungen wie Mietwohnungen. Auch die Risikobereitschaft des Kunden spielt eine wichtige Rolle. Aus Erfahrung sind Reserven anzulegen meist deutlich günstiger für den Bauherren als bereits im Vorfeld das Rund-um-Sorglos Paket zu bestellen.

Gerne beraten wir Sie, stellen Varianten auf und versuchen gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung für Ihr Projekt zu finden.

Sind Sie noch ganz dicht? Diese Frage ist in der Bauwerksabdichtung nicht ganz so einfach zu beantworten. Schlussendlich ist jedoch eine Unterscheidung nur bei Injektionen und Weisser Wanne von Bedeutung. Flächenabdichtung können damit nicht unterscheiden werden. Steffen Birkigt, Gründer vistona, vertritt dabei eine einfache Logik: „Dicht ist wie schwanger, da gibt es nichts dazwischen. Entweder ja oder nein.“

In der Norm gibt es jedoch verrschiedene Dichtigkeitsklassen für das Konzept der Weissen Wanne. Für den Fachmann ist die Unterscheidung auch von grösster Bedeutung, zieht Sie doch einen erheblichen Verbrauch an Bewehrung mit sich. Der Vergleich Dichtigkeit und Schwangerschaft hinkt in diesem Fall.

Die Definition hängt nicht alleine vom Anspruch des Kunden ab, sondern hat auch Einfluss auf bauphysikalische Anforderung. Die höchste Dichtigkeitsklasse benötigt dabei am meisten Bewehrung und ist somit am teuersten. Der Bauherr erhält eine nach Norm „Staub trockene Oberfläche“. Die zweithöchste Dichtigkeitsklasse wird als „lokale Feuchtstellen sind zugelassen“ definiert. Hier ist eine Tropfenbildung nicht erlaubt, jedoch sind Feuchtstellen bis 4cm² zugelassen. Bei der niedrigsten Dichtigkeitsklasse sind „einzelne Tropfen zugelassen“. Hat man gar keine Anforderungen an das Projekt, ist fliessendes Wasser zu akzeptieren.

Um eine passende Abdichtung zu planen, ist es bereits bei der Entscheidung für ein Konzept von grösster Bedeutung zu wissen, wie lange die Rohbauzeit beträgt. Auch zu welchem Zeitpunkt die Nutzungsanforderungen bestehen. Hat man beispielsweise Technikräume in Untergeschossen so werden die technischen Anlagen teilweise schon während der Rohbauzeit eingebaut.

Das Projekt muss somit unmittelbar nach der Betonage als dicht anzusehen sein. Hat man dagegen Turnhallen oder Grossprojekte, so sind die Teile der Konstruktion ein bis zwei Jahre im Rohzustand kontrollierbar, bevor mit dem Ausbau begonnen wird. Günstigere Lösung mit etwaigen Nachdichtungsmassnahmen sind möglich und sparen dem Bauherr bares Geld.

Bei den Abdichtungskonzepten gibt es verschiedene Planungsgrundsätze. Während Flächenabdichtung entweder dicht oder nicht sind, bieten Weisse Wanne beispielsweise Möglichkeiten das Produkt nachträglich durch Rissinjektionen oder Versinterung in Stand zu setzen. Diese Nachdichtungsmassnahmen stellen dabei keinen Mangel dar, sondern sind Teil des geplanten Konzeptes. Um diese Wartungsarbeiten jedoch fachgerecht ausführen zu können, müssen die erdberührten Flächen zugänglich bleiben. Sind auf Grund der Nutzung jedoch technische Anlagen, Innendämmung mit Bodenheizung oder sonstigen Einbauten die Fläche nicht mehr zugänglich ist über die Sinnhaftigkeit der Weissen Wanne als Abdichtungskonzept nachzudenken.

Die flächigen Abdichtung dagegen brauchen keine Nachdichtungsmassnahmen. Dies ist Vor- und Nachteil zu gleich. Im Erfolgsfall ist die Abdichtung nach der Applikation abgeschlossen. Im Schadensfall dagegen ist eine Nachdichtung schlecht bis gar nicht möglich.

Aus diesem Grund sind beispielsweise Polymer-Bitumen-Dichtungsbahnen im Grundwasser nahezu verschwunden. Man denke nur daran eine undichte Schweissung unter einem Gebäude Instand setzen zu wollen.

„Da hat es eh kein Wasser“ – ein beliebter Spruch unserer Kunden um unseren Preis zu senken. Dabei bewirkt diese Aussage eher das Gegenteil. Der Bauherr hat eine Anforderung an sein Projekt und aus dem geologischen Gutachten ist Wasser nicht gänzlich auszuschliessen. Für uns eine sehr schwierige Situation. Wir planen kostenorientiert ein Projekt, Überwachung die Umsetzung und übergeben an den Kunden ein Projekt, welches noch nie Wasser gesehen hat. Nach 5 Jahren, im Endzustand und mit gefüllten Lagern und sichergefühlten Bewohnern tritt Wasser ins Gebäude ein und alle schauen sich fragend an. Gerade bei Flächenabdichtungen ist der Schaden in diesem Fall im immens.

„Da hat es 5m Wasser, sobald wir die Wasserhaltung abstellen“ – zeigt die Gefahr durch das anstehende Wasser - für uns aber deutlich leichter in der Umsetzung. Wir planen ein gutes Projekt, setzen es mit Spezialisten um und können es vor der Übergabe an den Bauherren unter voller Last kontrollieren und gegebenenfalls Nachdichtungsmassnahmen umsetzen. Bis der Bauherr mit seiner Endnutzung anfängt, können wir ihm mit ruhigem Gewissen das Projekt übergeben. Diesen Prozess simulieren wir auch teilweise während der Bauphase, in dem Drainage temporär verschlossen und das Projekt geflutet wird oder Reservoirkammern durch Probefüllung kontrolliert werden.