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Verantwortlichkeiten

Die Verantwortlichkeiten sind sowohl in der schweizer, als auch in der deutschen Norm geregelt. Die Norm geht dabei von einer klassischen Trennung zwischen Planung und Ausführung aus.
Der Bauherr definiert zusammen mit seinen Fachplaner seine Anforderungen. Auf dieser Grundlage werden die Konzepte für Abdichtung, Dämmung und Entwässerung erstellt und die Detailplanung durchgeführt. Auf Grund einer detaillierten frühzeitigen Planung enthält die Submission alle notwendigen Leistungen, welche die Ausführende Partei fehlerfrei umsetzt. Die Bauleitung erkennt Abweichungen und leitete Gegenmaßnahmen ein.

In der Theorie ist dieses Modell absolut richtig und funktioniert sehr gut, wenn die einzelnen Akteure ihre Aufgaben wahrnehmen. „Die Baukosten werden immer günstiger und somit wird immer schneller gebaut“, so Eric Birkigt, Geschäftsführer der vistona AG. Um diesem Druck gerecht zu werden versuchen alle Beteiligten die Verantwortung von sich zu schieben. Planungsaufgaben werden dem Baumeister überlassen, die Verantwortung ist jedoch häufig nicht geklärt. So lange alle gut geht, besteht kein Problem.

Die Bauwerksabdichtung ist gemäß Schadensstatistik der Versicherung an Nr.2 der Schadenssumme im Baugewerbe. Es geht daher leider nicht immer gut. Die Ursache hierfür ist vielfältig. Hochwertigere Materialien bedürfen geschulten Personal. Es ist viel möglich, aber die hochwertigen Produkte sind auch größeren Schwankungen unterworfen bei kleineren Fehlern. In der Bauwerksabdichtung ist die Weisse Wanne derzeit Stand der Technik. Leichte Lokalisierbarkeit von Schäden und damit geringere Folgekosten sind der Hauptgrund. Die Tragstruktur übernimmt gleichzeitig die Abdichtung. Doch gerade hier liegt die große Herausforderung. Die Planung der Weissen Wanne muss umso früher ausgeführt werden, da sie Teil der Gesamtstruktur des Projektes ist.

Die SIA 118:272 sieht daher vor, dass die Konzeptplanung, Schnittstellen und Detailplanung Aufgabe des Bauherrn sind. Dieser übergibt diese im Normalfall in einem Planervertrag nach SIA 102 resp. 103 seinem Ingenieur oder Architekten. Die Ausführung wird in einem Werkvertrag dem Baumeister übergeben. Das theoretische Modell der SIA wird in der Praxis leider jedoch zu selten angewendet. In den Submissionen der Baumeister ist „1 gl - Planung und Ausführung der Weissen Wanne“ zum Standard geworden. Der Markt kann spielen und damit erhält der Bauherr den günstigen Preis. Doch welche Leistung erhält er? Die Antwort sieht mein leider erst im Schadenfall. Ingenieur und Baumeister schieben sich die Verantwortung hin und her und der Bauherr wird in einem Prozess aus Gutachten verstrickt. 

Die Argumente sind klar. Der Ingenieur sieht die Planung beim Baumeister, da die Planung der Abdichtung nicht explizit in der SIA LHO 103 als seine Grundleistung aufgeführt wird. Der Baumeister erhält den Auftrag häufig 4 Wochen vor Ausführung und kann auf die für die Weisse Wanne wichtigen Parameter wie Etappierung, Armierung, Beton gar keinen Einfluss mehr nehmen. Das Problem für den Bauherren ist, beide haben Recht.

Aber auch bei Flächabdichtung hat die Ausführung häufig keinen Einfluss mehr. Planungsvoraussetzungen vor Aufbordungen werden im architektonischen Konzept ignoriert, Entwässerung nicht ausreichend bemessen oder Untergrundbeschaffenheit wie Temperatur und Feuchtigkeit im Bauablauf nicht berücksichtigt.

In dieser Schnittstelle haben sich auf dem Markt „Systemabdichter“ etabliert. In den letzten Jahren ist die Anzahl dieser stetig gestiegen. Doch auch deren Leistung, Verantwortung, Gewährleistung ist unklar, vor allem wen Sie auf der ausführenden Seite als Subunternehmer des Baumeisters angesiedelt sind. Gemäß SIA gibt es „Systemabdichter“ nicht. Auch das Wort System ist nicht definiert. Klebt Komponente A auf Komponente B spricht man von einem System. Aber eine Weisse Wanne ist deutlich mehr. Hier geht es Definition der Ansprüche, Nutzung, Ausführungsdetails, Witterung, Beton, Armierung eine reine Fugenabdichtung mit Epoxydharzkleber und Hypalonband ist dabei nicht ausreichend.

Die wichtigere Frage ist, erhält der Bauherr das Produkt was für sein Bauwerk das Richtige ist, oder das Produkt bei dem der Baumeister die größte Rendite hat. Und planen die Planer auch wirklich das Projekt, für welches Sie gemäß ihrem Vertrag und den Anforderungen des Bauherrn beauftragt sind, oder das Produkt was für Sie am wenigsten Aufwand bedeutet, weil Sie die Entscheidungen und Detailplanung der Ausführung zuschieben.

Eine mögliche Lösung ist die Fachpersonen frühzeitig mit ins Planerteam einzubinden. Abdichtung hat Einfluss auf alle Fachbereiche der Planung. Architektur, Nutzung, Tragsstruktur, HLSK. Diese Schnittstellen müssen frühzeitig aufgezeigt und bearbeitet werden, damit der Kunde Planungssicherheit und damit Kostensicherheit erhält. Gerne stehen wir Ihnen in diesem Prozess mit unserem Erfahrungsschatz und unserer Fachkompetenz zur Seite.